Stressfrei durch den Stadtverkehr

Berlin, 24. September 2012 – Höchste Aufmerksamkeit ist von Verkehrsteilnehmern gefordert, wenn sie sich sicher, stressfrei und wirtschaftlich durch den städtischen Straßenverkehr bewegen wollen. Ob Auto- oder Busfahrer, Fußgänger oder Fahrradfahrer, jeder muss den anderen beobachten, die nächste Bewegung abschätzen und sekundenschnell reagieren.

Um Menschen im Stadtverkehr künftig nachhaltig zu unterstützen, damit sie ihren Weg durch die Stadt sicherer, wirtschaftlicher und stressfreier zurück legen können, haben sich 30 Partner in dem Verbundprojekt UR:BAN – Urbaner Raum: Benutzergerechte Assistenzsysteme und Netzmanagement – zusammengeschlossen (www.urban-online.org). Im Rahmen der Forschungsinitiative wollen Automobil-, Software- und Telekommunikationsunternehmen zusammen mit Universitäten und Forschungsinstituten sowie Städten und Behörden innovative und intelligente Fahrerassistenz- und Verkehrsmanagementsysteme entwickeln. Im Zentrum von UR:BAN stehen der Mensch und die vielfältigen Rollen, die er im Stadtverkehr einnimmt.

Höhere Kapazität und besserer Verkehrsfluss

Am 24. September hat Dr. Sven Halldorn, Abteilungsleiter für Technologiepolitik im BMWi, das Verbundprojekt offiziell in Berlin, im Rahmen der Halbzeitpräsentation zum 3. Verkehrsforschungsprogramm, vorgestellt. „Eine gut ausgebaute und leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur sowie intelligente Fahrassistenzsysteme bilden die zentrale Voraussetzung für eine bedarfsgerechte Mobilität von Personen und Gütern. Sie sind ein Standortfaktor, der die wirtschaftliche Entwicklung der Kommunen wesentlich beeinflusst“, sagte Dr. Sven Halldorn. „UR:BAN soll dazu beitragen, die Leistungsfähigkeit der bestehenden Verkehrsinfrastruktur zu verbessern. Denn für alle Verkehrsträger gilt: Das intelligente Zusammenwirken von Fahrzeug und Infrastruktur wird das vorhandene Potenzial für mehr Sicherheit, Kapazität und besseren Verkehrsfluss erschließen.“

Ganz gezielt werden in UR:BAN innovative Assistenz- und Verkehrsmanagementsysteme entwickelt, die exakt auf die Anforderungen im innerstädtischen Verkehr ausgelegt sind. „Unsere Absicht ist es, die Sicherheit im städtischen Straßenverkehr für alle Verkehrsteilnehmer entscheidend zu erhöhen. Wir wollen Pkw-, Bus- und Lkw-Fahrer vorausschauend unterstützen und so ein stressfreies Fahren ermöglichen“, erklärt Eberhard Hipp, UR:BAN-Programmkoordinator und Leiter Forschung MAN Truck & Bus AG. „Mit der Entwicklung intelligenter Verkehrsmanagementsysteme wollen wir zukünftig eine effiziente Steuerung des Stadtverkehrs ermöglichen. Wege sollen möglichst wirtschaftlich und energieeffizient zurückgelegt werden.“

UR:BAN wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi), im Rahmen des 3. Verkehrsforschungsprogrammes, mit rund 40 Millionen Euro gefördert. Kern des Verbundprojektes bilden die drei Säulen `Kognitive Assistenz´, `Vernetzte Verkehrssysteme´ und `Mensch im Verkehr´ UR:BAN läuft bis 2016. Erste Ergebnisse wollen die Partner im Frühjahr 2014 vorstellen. Die nachfolgenden Feldversuche finden in Düsseldorf und Kassel statt.

Die drei Säulen von UR:BAN

Kognitive Assistenz für mehr Sicherheit

Entscheidend für mehr Sicherheit im städtischen Verkehr ist die kontinuierliche Unterstützung des Fahrers in komplexen Situationen, wie Kreuzungen, Engstellen oder beim Spurwechsel. Im Rahmen der Säule `Kognitive Assistenz´ werden die Experten innovative Assistenzsysteme entwickeln, die genauso adhoc wie präzise das aktuelle Verkehrsgeschehen erfassen. So werden Gefahrensituationen zukünftig im Stadtverkehr noch besser als bisher von den Systemen erkannt. In der Folge lassen sich drohende Kollisionen, auch mit Fußgängern, durch automatisches Bremsen oder gefahrloses Ausweichen in vorhandenen Freiraum vermeiden.

Vernetztes Verkehrssystem

Mit Hilfe neuer Informations- und Kommunikationstechnologien sollen Verkehrsinfrastruktur und intelligente Fahrzeuge miteinander vernetzt werden. Fahrzeuge können dann untereinander oder mit Verkehrsinfrastruktur Verkehrsdaten austauschen. Die Daten lassen sich im Fahrzeug von den Assistenzsystemen als empfohlene Maßnahme an den Fahrer weitergeben oder in der Verkehrssteuerung berücksichtigen. Die Kapazitäten des bestehenden Straßennetzes können so besser genutzt werden, Fahrer können stark befahrene Straßen vermeiden und somit ihre Wege wirtschaftlicher zurücklegen.

Mensch im Verkehr

Der Mensch als Nutzer zukünftiger Assistenz- und Informationssysteme steht im Mittelpunkt der Projekt-Säule „Mensch im Verkehr“. Die Experten entwickeln neue Technologien und Konzepte, damit sich Fahrerassistenzsysteme komfortabel bedienen lassen und durch optimierte Informationsdarstellung zur Erhöhung der Sicherheit im Verkehr beitragen. Besonders wichtig ist es in der Stadt, die verschiedenen Informationen verständlich und zum richtigen Zeitpunkt zu präsentieren. Eine gezielte Gestaltung der Interaktion zwischen Fahrer und Fahrzeug soll es ganz unterschiedlichen Fahrern ermöglichen, sich vorausschauend, stressfrei und sicher durch den Stadtverkehr zu bewegen.


UR:BAN    Urbaner Raum: Benutzergerechte Assistenzsysteme und Netzmanagement

31 Partner aus Automobil- und Zulieferindustrie, Elektronik- und Softwarefirmen, Universitäten sowie Forschungsinstitute und Städte haben sich im Verbundprojekt UR:BAN zusam-mengeschlossen. In gemeinsamer Forschungsarbeit entwickeln sie bis Ende 2015 neue Fahrerassistenz- und Verkehrsmanagementsysteme für die Stadt. Besondere Beachtung findet dabei der Mensch in seinen vielfältigen Rollen im Verkehrssystem - als Fahrer, Fuß-gänger, Radfahrer oder Verkehrsplaner. UR:BAN leistet nicht nur einen erheblichen Beitrag zur Erhöhung der Sicherheit im städtischen Verkehr - durch den Ausbau von intelligenter Infrastruktur und deren Vernetzung mit intelligenten Fahrzeugen kann zudem die Verkehrsef-fizienz bei gleichzeitiger Senkung des Emissionsausstoßes optimiert werden. Das Gesamt-budget für die Forschungskooperation beträgt 80 Millionen Euro. Rund 50 Prozent davon trägt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Rahmen des 3. Verkehrs-forschungsprogramms der Bundesregierung.

Beteiligt sind Adam Opel AG, AUDI AG, BMW AG, BMW Forschung und Technik GmbH, Robert Bosch GmbH, Bundesanstalt für Straßenwesen, Continental Automotive GmbH, Continental Safety Engineering International GmbH, Continental Teves AG & Co. oHG, Daimler AG, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V., Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, GEVAS Software GmbH, Heusch/ Boesefeldt GmbH, Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes, ifak Magdeburg e.V., MAN Truck & Bus AG, PTV Group, Institut für Kraftfahrzeuge der RWTH Aachen, Landeshauptstadt Düsseldorf, Stadt Kassel, TU Braunschweig, TU Chemnitz, TU München, TomTom Development Germany GmbH, TRANSVER GmbH, Universität der Bundeswehr München, die Universitäten Duisburg-Essen, Kassel und Würzburg und die Volkswagen AG. Als Unterauftragnehmer arbeiten zudem zahlreiche Universitäts- und Forschungsinstitute sowie kleinere und mittelständische Unternehmen in den Projekten mit.

Weitere Informationen unter www.urban-online.org

Ihr Pressekontakt:
Walter Scholl
UR:BAN-Büro
Telefon: 07021-978181
Fax: 07021-978182
urban@WES-office.de


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