Simulation (SIM)

Ziele des Teilprojektes SIM sind die Analyse und entsprechende deskriptive Modellierung des Verhaltens und der Interaktion der Verkehrsteilnehmer untereinander und in Abstimmung mit den Anwendungsentwicklungen der UR:BAN-Projekte KA und VV. Im Fokus steht hierbei das Verhalten des informierten und assistierten Fahrers unter detaillierter Berücksichtigung der Interaktionen mit anderen Fahrzeugen (mit/ ohne UR:BAN-Technologie) sowie Radfahrern und Fußgängern.

Beispiele aus der mikroskopischen Verkehrssimulation

Bei der Interaktion von Fahrzeug mit Fahrzeug wird betrachtet, in welcher Weise die derzeitigen Modelle (z.B. Fahrzeugfolgemodell) die Realität abbilden und welche Modelle notwendig sind, die durch neue Assistenzfunktionen veränderten Interaktionen zwischen Fahrzeugführern zu beschreiben. Im Fokus stehen hierbei die Interaktion zwischen zwei oder mehreren Pkw in den Anwendungsfällen Spurwechselverhalten und Überholverhalten im Annäherungsvorgang an die Kreuzung (als Einzelkreuzung sowie im Zuge einer Arterie), aber auch das Queren bzw. Abbiegen an einer Kreuzung. Diese Verhaltensmodellierungen haben unmittelbare Bezüge zu entsprechenden UR:BAN Anwendungen im Teilprojekt Smarte Kreuzung (SK) aus VV. Der Interaktion Pkw-Lkw kommt besondere Bedeutung zu, da sie einen direkten Anknüpfungspunkt mit dem im Teilprojekt Urbane Straße aus VV zu entwickelnden dynamischen Pulkmanagement für Lkw darstellt.

Das Fußgängerverhalten hat im urbanen Umfeld einen ungleich stärkeren Einfluss auf das Verkehrsgeschehen als außerstädtisch. Die für die funktionale Analyse der UR:BAN-Technologien erforderlichen Modellqualitäten sind bisher nicht gegeben. Zunächst ist daher die Modellierung des Fußgängerverhaltens an sich zu überprüfen und zielgerichtet zu verbessern, um entsprechende Aussagen über die Interaktion von Fahrzeugen mit Fußgängern (Pkw-FG) treffen zu können. Im Hauptaugenmerk liegt die Analyse des gerichteten Querens von Fußgängern an Fußgängerfurten von Lichtsignalanlagen und des ungerichteten Querens von Fußgängern zwischen Knotenpunkten inmitten der urbanen Straße.

Im städtischen Bereich nehmen neben den Fußgängern die Fahrradfahrer eine zunehmend wichtigere Rolle im Verkehrsgeschehen ein. Im Fokus stehen die Verbesserungen der Modellierung des Bewegungsverhaltens der Fahrradfahrer sowie die Abbildung der Interaktion mit dem motorisierten Kfz-Verkehr bei vorhandenem Radweg, bzw. wenn der Radfahrer sich mit auf dem Kfz-Fahrstreifen befindet.