Technische Universität Chemnitz

Interdisziplinäres Zentrum für Fahrerassistenzsysteme

Das Interdisziplinäre Zentrum für Fahrerassistenzsysteme (I-FAS) der TU Chemnitz bündelt Kompetenzen aus den Bereichen Sensordatenfusion (Prof. Dr. Gerd Wanielik), Verkehrspsychologie (Prof. Dr. Josef Krems ) und Ergonomie (Prof. Dr. Dr. Birgit Spanner-Ulmer). Dadurch können inhaltliche und methodische Kenntnisse aus den Fachgebieten der Human- und Ingenieurwissenschaften in das Projekt eingebracht und verknüpft werden. Die Partner des Zentrums besitzen langjährige Erfahrung auf dem Gebiet der Fahrerassistenzsystemforschung und sind in der Lage, die komplexen Fragestellungen des Forschungsgebietes „Mensch im Verkehrssystem“ disziplinübergreifend zu bearbeiten.

Das I-FAS ist maßgeblich an Forschungsprojekten zur Fahrzeugumfelderkennung, Fahrer-Fahrzeug-Interaktion, Fahrerassistenzentwicklung und Fahrerintentionserkennung beteiligt (z.B. Nutzerstudie AKTIV AGB, PReVENT, SAFESPOT, WATCH-OVER, CoVel, HUMANIST, Deutsche NDS Pilotstudie).

Ziel des I-FAS Teilprojektes ist die Entwicklung, Implementierung und Evaluation eines Verfahrens zur Identifikation der Fahrerintention. Im Fokus stehen die Fahrmanöver Überholen, Spurwechsel bei Annäherung an Kreuzungen, „Einfädeln“ im städtischen Bereich; Bremsen und Geschwindigkeit reduzieren, in erster Linie auf „Arterien“.

Das von der TU Chemnitz anvisierte Verfahren beruht auf der Integration und Weiter-entwicklung der Algorithmen zur Situationserkennung (Schubert & Wanielik, 2010) und zur Verhaltensbeschreibung und -prädiktion des Fahrers (Henning & Krems, 2010).

Das entwickelte Verfahren soll abschließend in einen Demonstrator als zusätzliche Komponente von Assistenzsystemen implementiert werden. Ziel ist es, anhand zweier Systeme den Nutzen der Verhaltensprädiktion beispielhaft zu demonstrieren. Weiterhin sollen Verknüpfungen zwischen der Verhaltensprädiktion, basierend auf unterschiedlichen Datenquellen, und den Assistenzsystemen im urbanen Bereich systematisiert werden. Im Projekt bestehen enge Verbindungen u.a. zu den Teilgebieten MV MMI "Stadtgerechte MMI" und Kognitive Assistenz (SVT, SQL).

Das I-FAS bringt folgende Komponenten in das Projekt UR:BAN ein:

Vorkenntnisse:

  • aus Probandentests zur Fahrerabsichtserkennung
  • aus einem Forschungsprojekt zur Situationsanalyse
  • aus einem Forschungsprojekt zur Verhaltensprädiktion. Es liegen Datensätze aus Feldstudien und Algorithmen zur Identifikation der Fahrerintention (Spur-wechsel) vor (s. Dissertation M. Henning, 2010).

Infrastruktur:

  • 2 Fahrsimulatoren (StiSim, Silab)
  • Versuchsträger VW Touran mit aktueller Umfeldsensorik, Headtracker
  • Usability Research Simulator (variables Fahrzeug-Ergonomiemodell)
  • mobile Datenrekorder für Versuchsdurchführung in Realfahrzeugen
  • Zugang zu Testgelände

Datenhandling und Daten (Video & Fahrdaten)

  • NDS Datenbank aus FAT Projekt „Methodische und technische Aspekte einer Naturalistic Driving Study“ und der Deutschen NDS Pilotstudie als mögliche Grundlage des Datenaustausches zwischen den UR:BAN Partnern
  • Daten aus dem RDCW Versuch von UMTRI (15 Probanden, markierte Fahrma-növer)
  • Daten aus der Feldstudie mit INRETS (25 Probanden, markierte Spurwechsel)
  • Fahr- und Probandendaten aus der Deutschen NDS Pilotstudie für FAT/BASt (geplant 20 Probanden, Projektstart Januar 2011)

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