Sichere Quer- und Längsführung in der Stadt (SQL)

Das Hauptziel des Teilprojekts SQL besteht in der Vermeidung von schweren Unfällen in Städten sowie der Steigerung der Effizienz des städtischen Verkehrs bei gleichzeitiger Erhaltung der Mobilität älterer Menschen. Erreicht wird dies durch ein Bündel leistungsfähiger, innovativer Assistenzfunktionen, mittels derer der Fahrer im engen urbanen Raum durch frühzeitige Informationen über die Durchfahrtsbreite bzw. Befahrbarkeit sowie eine Quer- und Längsregelunterstützung entlastet wird.

Kollisionen an Engstellen führen zu Verkehrsblockaden und langen Staus. Die Vermeidung von Unfällen an Engstellen führt damit unmittelbar zu einer enormen Steigerung der Effizienz und zu einer Reduktion der Umweltbelastung im dichten Stadtverkehr. In gleichem Maße bedeutend ist, dass Assistenzsysteme für den innerstädtischen Bereich, die eine Längs- und Querführungsunterstützung bieten, einen positiven Effekt für den Erhalt der Mobilität und der sozialen Integration Älterer besitzen. Sie können z.B. bei körperlichen Gebrechen und emotionaler Unsicherheit eine deutliche Unterstützung liefern, so dass Ältere auch weiterhin wie gewohnt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können und auf die unabhängige Fortbewegung mit dem eigenen Fahrzeug nicht verzichten müssen.


Schematische Darstellung einer Engstelle

Im Rahmen des Teilprojekts SQL werden die folgenden Assistenzsysteme erforscht und prototypisch dargestellt: 

  • Engstellenassistent: Querführung im fließenden Verkehr zur Unterstützung des Fahrers beim Durchfahren von Engstellen oder Spurverengungen durch mitfahrende Fahrzeuge auf Nachbarspuren, an stehenden Hindernissen oder parkenden Fahrzeugen. Es erfolgt eine Warnung, wenn die Engstelle zu schmal für eine Durchfahrt ist.
  • Gegenverkehrsassistent: Entgegenkommende Fahrzeuge im Stadtverkehr werden bewertet, ob Sie beim Durchfahren einer Engstelle zum Problem werden könnten. Falls ein Passieren der Engstelle bei Gegenverkehr nicht möglich ist, erfolgt eine Warnung.
  • Spurwechselassistent mit Rundumsicht: Die Position des eigenen Fahrzeugs in der Fahrspur wird ermittelt, ferner werden alle Fahrspuren (auch nach hinten) überwacht und ermittelt, ob ein gefahrloser Spurwechsel möglich ist. Ist dies der Fall, kann auf Fahrerwunsch hin ein geführter Spurwechsel ausgeführt werden. So wird der Fahrer in urbanen Szenarien mit mehreren Fahrspuren in gleicher Richtung entlastet.
  • Umgebungsabhängige Geschwindigkeitsempfehlung: Eine kontinuierliche Fahrerunterstützung soll das Fahren im gesamten Stadtverkehr sicherer und effizienter gestalten. Über haptische Eingriffe am Gaspedal oder an der Lenkung werden dem Fahrer Empfehlungen für das Fahren in einem "Sicherheitskorridor" übermittelt. Ein Fahrer, der sich sicher fühlt, kann sein Fahrverhalten vorausschauender planen und kritische Situationen früher erkennen. Dies kommt insbesondere auch älteren Verkehrsteilnehmern entgegen, die ohne eine adäquate Assistenz tendenziell dazu neigen, das urbane Umfeld zu meiden.